HEIZKOSTEN REDUZIEREN


Wie kann ich mit meinem Nutzerverhalten Heizkosten sparen?


Wie lüftet man richtig?

Grafik: Energieeffizienzklassen Beleuchtung Mehrmals am Tag mit weit geöffnetem Fenster lüften.

Lüften sorgt dafür, dass nicht nur ein Temperaturausgleich erfolgt, sondern vor allem Schwebstaub, Schadstoffe und Feuchtigkeit aus der Wohnung entfernt werden.
In Deutschland wird in über 40 Prozent der Wohnungen Gas zum Heizen und Kochen verwendet. Unter idealen Bedingungen entstehen bei der Verbrennung nur Kohlendioxid und Wasserdampf. Doch leider ist die Verbrennung nicht vollständig. Es entstehen unter anderem durch die Reaktion mit dem Stickstoff der Luft sogenannte Stickstoffoxide. Auch die verbrauchte Atemluft des Menschen verursacht Schadstoffe. Ein Mensch atmet täglich etwa 23.000-mal und bewegt dabei rund zwölfeinhalb Kubikmeter Luft. Die Ausatemluft enthält 78 % Stickstoff (N2), aber nur noch 16 % Sauerstoff (O2) und 4 % Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie rund 2 % andere Bestandteile.
Auch Tabakrauch gehört zu den gefährlichsten Luftverunreinigungen. Er enthält viele krebserzeugende Substanzen.
Diese gesundheitsschädlichen Gase und Substanzen dürfen sich in der Raumluft nicht anreichern und müssen nach draussen weggelüfted werden.
Luftverunreinigungen die z.B. beim Kochen enstehen, können schon bei der Entstehung über eine Dunstabzugshaube nach außen transportiert werden. Dunstabzugshauben mit Umluftbetrieb erfüllen diese Funktion jedoch nicht!
Auch sollte der Einsatz von Dunstabzugshauben mit bedacht gewählt werden, da die teuer erwärmte Raumluft binnen weniger Minuten nach außen transportiert wird. Es ist auch darauf zu achten, dass ausreichend Frischluft nachströmen kann, z. B. durch das Öffnen der Fenster.

Der Abtransport von gesundheitsschädlichen Gasen, Substanzen und Feuchtigkeit geht im Winter viel besser vonstatten als im Sommer. Die einströmende kalte trockene Luft erwärmt sich allmählich und nimmt dabei die Feuchtigkeit auf, die bei erneutem Lüften nach draußen abgeführt wird.

Als Stoßlüften bezeichnet man das kurzzeitige und vollständige Öffnen eines oder mehrerer Fenster oder Außentüren eines Raumes. Als kurzzeitig gilt hierbei eine Dauer im Bereich von nur einigen Minuten. Das Stoßlüften sollte je nach Bedarf mehrmals täglich durchgeführt werden.
Besonders geeignet ist dieses Verfahren zum Luftaustausch während der Heizperiode, da es durch die kurze Lüftungsdauer insbesondere gegenüber dem Dauerlüften einen geringeren Wärmeverlust an der Einrichtung und den Innenwänden nach sich zieht und somit deutlich energieeffizienter und damit sparsamer ist .
Voraussetzung dazu ist, dass Fenster und Türen ansonsten geschlossen bleiben. Die Fensterlüftung ist im Allgemeinen für Wohnräume ausreichend.
Definition Wikipedia

Wie lüftet man richtig?
> Stoßlüftung mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten, am besten durch Öffnen gegenüberliegender Fenster („Durchzug“)
> Immer lüften, wenn Wasserdampf entsteht (beim Kochen, nach dem Duschen usw.)
> Arbeiten mit geruchsintensiven Stoffen, Lösemitteln etc., nur bei gleichzeitiger guter Lüftung durchführen
> Auf kontinuierlichen Luftaustausch beim Heizen und Kochen mit Kohle oder Gas achten
> Auch darauf achten, selten benutzte Räume regelmäßig zu lüften

Welche Möglichkeiten bietet mir die Anlagentechnik um meine Heizkosten zu reduzieren?


Heizungen von heute unterscheiden sich von ihren 30 oder 40 Jahre alten Vorgängern erheblich. Das gilt für die Technik im Heizkeller, sowie für die Wärmeverteiler in den Wohnräumen. Auch haben die Heizkörper einen entscheidenden Einfluß auf ein energiesparendes und komfortables Wohnen - so wie das Verhalten der Nutzer.
Welche Zeitenwende beim Heizen stattgefunden hat, zeigt die heute vorfindende Vielfalt an Funktionen moderner Heizkörper. Hierzu erhält man intelligente Thermostatventile, Steuerelemente an der Wand oder gar eine Fernsteuerung über die Haustechniksoftware (App).
Ziel ist es, eine maximale Behaglichkeit zu bieten - und andererseits auch die Wärme möglichst energiesparend zu erzeugen.

Anlässe zur Modernisierung

An welchem Zeitpunkt und Umfang man investiert hängt vom Ist-Zustand und dem Modernisierungsziel ab.
Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte:
Kleinere Maßnahmen können jederzeit ohne großen Aufwand durchgeführt werden. Dies beschränkt sich in der Regel auf das Austauschen der Thermostatventile und einzelner Heizkörper. Oft hat man noch die Möglichkeit die Heizungsverteilungsrohre im Keller zu dämmen.

Sollte man generell größere Umbaumaßnahmen an der Gebäudestruktur vornehmen, z.B. Anbauten, entfernen von Wänden, neue Böden und Türen etc., oder der Austausch der Heizung anstehen, sollte man generell über ein neues Wärmeverteilungssystem nachdenken. Eine Umstellung sollte man nicht verpassen und die alten Heizkörper durch eine Fußboden- oder Wandheizung ersetzen.

Vorteile der Niedertemperatur-Wärmeverteilung

Diese Umstellung bietet einem die Möglichkeit das Wärmeverteilungssystem mit Niedertemperatur zu betreiben. Die niedrigen Vorlauftemperaturen waren schon lange Zeit eine Domäne für Fußboden - oder Wandflächenheizungen. Später wurden dazu Heizkörper mit größeren Heizflächen und ausgefeilter Technik entwickelt. Hier kann die benötigte Wassermenge, je nach Wärmebedarf durch einzelne Schichten im Heizkörper ab- und zugeschaltet werden - das bedeuted weniger Arbeit für den Heizkessel und damit ein geringerer Energieverbrauch.
Grundsätzlich gilt fürs Heizkosten sparen: "Je geringer die Vorlauftemperatur eines Wärmeverteilers, desto effizienter arbeitet das gesamte Heizsystem".
Denn fordert ein Wärmeverteiler nur 45 oder 50 Grad warmes Wasser aus dem Heizkessel an, ist dies leichter zu erreichen für Wärmepumpen oder thermische Solaranlagen, als 70 oder 80 Grad Vorlauftemperatur.
Moderne Fußböden- und Wandheizungen können unsichtbar eingebaut werden und arbeiten als größflächige Wärmespender mit unschlagbar niedrigen Vorlauftemperaturen von nur 30 - 35 Grad. Dies ermöglicht eine spürbare Energieeinsparungen - und dies bei höchsten Wohnansprüchen.
Auch die Brennwerttechnik arbeitet in einem Niedertemperatur-System effizienter.

Hydraulischer Abgleich der Wärmeverteiler

Der Sinn des hydraulischen Abgleichs ist es die Wärmeverteiler im Heizungskreislauf ins Gleichgewicht zu bringen. Mit dieser Maßnahme soll jeder Heizkörper die gleiche Durchflussmenge erhalten; denn Heizkörper mit kurzen Leitungen haben i.d.R. mehr Durchfluss, als Heizkörper am anderen Ende der Rohrleitung. Oft erreichen diese, trotz voll geöffneter Ventile nicht mehr die Temperatur um die Räume ausreichend zu beheizen. Auch Strömungsgeräusche in den Heizungsrohren sind ein Indiz für hydraulische Mängel.
Um das der hydraulische Abgleich funktioniert, ist der Austausch der alten Heizkreislaufpumpe notwendig. Diese neuen geregelten Hocheffizienz-Pumpen schalten bei Bedarf an und ab oder regeln die angeforderte Durchflussmenge. Spätestens nach 3-4 Jahren sind diese Kosten armortisiert. Diese Pumpen tragen nicht nur zum Heizkosten sparen bei, sie verbrauchen gegenüber ihren Vorgängern auch nur sehr wenig Strom.

Raumregler und Thermostatventile

Ein wichtiger Punkt ist auch die Heizkörperregelung bzw. die Feinabstimmung in den Wohnräumen. Hier sollte jeder Heizkörper mit einem Thermostatventil zu versehen werden. Dies ermöglicht es einem, jeden Raum einzeln je nach Bedarf zu regeln. Bei elektronisch gesteurten Thermostatventile gibt es die Möglichkeit, über die Grundprogrammierung hinaus noch Zeiträume festzulegen und dem Nutzerverhalten anzupassen. Die Einzelraumregelung ist gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) sogar Pflicht.

Foto: Thermostatventil

Auch der einfachere Thermostatregler erlaubt die Einstellung einer Wunschtemperatur. Die Stufe 3 entspricht etwa einer Raumtemperatur von 20 Grad, insofern die Heizkörper der Raumgröße angepasst sind.
Sind mehrere Heizkörper in einem Raum, sollten alle zur Raumluftbeheizung benutzt werden. Dem entsprechend können dann alle mit geringerer Einstellungstemperatur gefahren werden. Dies ermöglicht eine niedrigere Rücklauftemperatur des Heizkörperwassers und unterstützt somit den energiesparenden Brennwerteffekt bei Brennwertgeräten.
Der Austausch der alten Regler kann sich selbst schon in Altbauten binnen einer Heizperiode bezahlt machen.

Zu hohe Raumlufttemperaturen, die über den empfohlenen Temperaturbereichen (siehe Kasten unten) liegen, sind nicht nur unnötig und teuer, sie begünstigen noch das Risiko einer Erkältung, durch das Austrocknen der Nasenschleimhäute.
"Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart etwa sechs Prozent Heizkosten ein".
Weiterhin können Sie sparen, wenn Sie nachts die Raumtemperatur absenken. Meist kann das auch über die Heizung geregelt werden, indem die Nachtabsenkung aktiviert wird. Sie sollten die Räume dabei aber nicht so weit auskühlen lassen, so dass sich "Schwitzwasser" (Kondenswasser) an Wänden bilden kann und damit den Schimmelpilzbefall begünstigt.

Empfohlene Temperaturbereiche für Wohnräume
Wohnzimmer
20 - 22 °C
Schlafzimmer
17 - 20 °C
Küche
18 - 20 °C
Bad
20 - 23 °C
WC
16 - 19 °C
Flur
15 - 18 °C
Angaben: Bundesumweltamt

Raumtemperatur senken und deren Auswirkung

Lufttemperatur
absolute Luftfeuchtigkeit
relative Luftfeuchtigkeit
25 °C
10 g H2O/kg pro m³ Luft
50 %
15 °C
10 g H2O/kg pro m³ Luft
100 %

Senkt der Nutzer bei gleichem Wohnverhalten die Raumtemperatur von 25 Grad auf 15 Grad ab, erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit von 50% auf 100%. Gerade in Altbauten steigt das Schimmelrisiko erheblich an, da die Luft nur noch 15g Wasser pro Kubikmeter Luft aufnehmen kann. Es ist daher wichtig, gerade an kalten Tagen die Räume nicht auskühlen zu lassen, auch wenn man sie nicht oder nur wenig benutzt.