NACHWACHSENDE ROHSTOFFE


Die industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe nimmt weltweit und in Deutschland Fahrt auf und erobert neue Märkte. Diese werden sowohl energetisch als auch stofflich genutzt.
Durch die von BMELV und Wirtschaft initiierte Holzcharta, die das Ziel hat, den Holzverbrauch bis 2014 um 10 Prozent zu steigern, wurden gerade bei der Förderung des Holzabsatzes in dem besonders bedeutsamen Bausektor Erfolge erzielt. Die Holzbauquote konnte in den vergangenen drei Jahren auf knapp 15 Prozent gesteigert werden. Der Verbrauch an mitteldichten Faserplatten z.B. wuchs in fünf Jahren sogar um 40 Prozent.
Gerade für Deutschland ist das erfreulich, da es als eher rohstoffarmes Land vor dem Hintergrund sich verknappender fossiler Ressourcen in besonderem Maße auf alternative Rohstoffquellen angewiesen ist.

Die Frage, welche Rohstoffe wir wie und in welchem Maße nutzen, berührt nicht nur unseren wirtschaftlichen Wohlstand, sondern auch den globalen Klimawandel. Nachwachsende Rohstoffe tragen zur Schonung der fossilen Ressourcen bei und mindern den Ausstoß klimaschädlicher Gase. Zugleich schaffen sie Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.

Mit nachwachsenden Rohstoffen verringern wir die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas, auch für nachkommende Generationen.

Biomasse Holz

Holz als Multitalent

Quelle: Bundesindustrieverband Deutschland, Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH) und Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Holz ist nicht nur als Brennstoff attraktiv, sondern auch als Baustoff. Es verfügt über eine sehr gute Ökobilanz und weist in den letzten jahren eine fast konstante Preisentwicklung auf.
Jedes Stück Holz, das für den Hausbau, für Möbel und andere langlebige Produkte genutzt wird, wird zu einem CO2-Speicher. So werden z. B. bei der Herstellung von Holzsystemwänden für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mindestens 15 t Kohlendioxid weniger emittiert als bei einem Ziegelmauerwerk mit vergleichbarer Wärmedämmung. Das ist soviel wie die Emission eines Durchschnitts-Pkw bei einer Fahrleistung von 85 Tsd. km.
Der klimaneutrale, erneuerbare Rohstoff Holz, über den Deutschland auf rund 1/3 seiner Landesfläche selbst verfügt, sollte daher in die Bauplanungen stärker eingebunden werden. Zudem ist Holz ein regionaler und nachwachsender Brennstoff, der für kurze Transportwege steht, lokale Arbeitsplätze schafft und die inländische Wertschöpfung stärkt. Nicht von ungefähr setzen inzwischen fast 20 % der Haushalte in Deutschland bei der Wärmeerzeugung auf Holz, ein Fünftel davon verfügt über eine Holzzentralheizung, die zugleich auch der Trinkwassererwärmung dient. Automatisierte Befeuerungsanlagen sorgen für viel Komfort, so dass Holz den herkömmlichen Brennstoffen Öl oder Gas hinsichtlich Komfort kaum mehr nachsteht.

Unterstützung für den Wald- und Klimaschutz

Über 380 Mio. m2 nachhaltig erzeugtes Holz aus europäischen Wäldern gelangt pro Jahr auf den Markt. Davon werden in Europa inzwischen rund 40 % für die Wärmegewinnung genutzt. Die Nutzung von Energieholz aus dem Wald dient der Waldpflege und dem Waldschutz: Nur ein gut durchforsteter Forstwald ist stabil gegenüber Umwelteinflüssen. Die vermehrte Nutzung von Holz als Brennstoff vermeidet eine – ökologisch nicht vorteilhafte – Überalterung von Waldbeständen und bestätigt die Funktion des Waldes als Kohlenstoffspeicher. Holz zählt zu den nachhaltigen Rohstoff- bzw. Energiequellen, sofern die genutzte Menge nicht die nachgewachsene Menge übersteigt. Als nachwachsender Rohstoff ist Holz CO2-neutral, denn bei der Verbrennung wird nur die Menge wieder freigesetzt, die der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Die natürlichen Abläufe des Ökosystems bleiben somit gewahrt.

Pellets, Scheitholz und Hackschnitzel

Holz gelangt in Form von Pellets, als Scheitholz oder Holzhackschnitzel in moderne Heizungsanlagen.
Holzpellets sind kleine genormte, zylinderförmige Presslinge aus naturbelassenem, unbehandeltem Holz, beispielsweise Sägemehl, Hobelspäne oder Restholz aus dem Wald. Um Pellets herzustellen, werden Holzspäne getrocknet und gesäubert, in Mühlen auf eine einheitliche Größe gebracht und in Matrizen zu Pellets verpresst. Die Späne verbinden sich dabei ohne Zugabe von Bindemitteln durch das eigene Lignin. Hersteller oder Lieferanten sind häufig große Sägewerke, bei denen Späne als Nebenprodukt während der Produktion anfällt. 2 kg Holzpellets entsprechen dem Energiegehalt von ungefähr 1 Liter Heizöl.
Auch Scheitholz wird von Wohneigentümern wieder vermehrt zum Heizen eingesetzt. Grundsätzlich eignet sich jede Baumart, um als Scheitholz verfeuert zu werden. Durch Spalten des Holzes wird eine bessere Trocknung und Verbrennung erreicht. Das Holz sollte möglichst an der Luft unter einem Regenwasserschutz von 2 Jahren gelagert werden. Bei der Verfeuerung sollte das Holz einen Wassergehalt zwischen 15 und 20 % besitzen. In diesem Zustand wird ein durchschnittlicher Energiewert von 4 kWh/kg erreicht.
Zur Herstellung von Hackschnitzeln werden nicht nutzbare Nadelholzstammteile von Forst und Sägewerken auf eine Stückgröße von 10 bis 50 mm zerkleinert und als Brennstoff für Heizkessel verwendet.

Nachhaltig verfügbar

In einigen EU-Mitgliedsstaaten wird Holz auch zur Stromerzeugung in Kraft- und Heizkraftwerken genutzt. Seit 1992 ist die Waldfläche in Deutschland jährlich um rund 176 km² gewachsen. Jedes Jahr kommen pro Hektar 11,1 m³ Holz hinzu, woraus ein Holzvorrat von 3,4 Mrd. m³ resultiert. Mit diesen Werten liegt Deutschland in Mitteleuropa an der Spitze und noch vor "klassischen" Waldländern wie Finnland und Schweden. Unterschiedliche Zielsetzungen der Bewirtschaftung in Europa sichern eine breite Verfügbarkeit. Die nachhaltige und umweltschonende Bereitstellung von Holz ist in Mitteleuropa zudem durch Waldgesetze und Zertifizierungssysteme fest verankert. Aus Klimaschutzgründen soll die energetische Nutzung von Holz in der EU bis 2020 ausgebaut werden.

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